Februar 2011

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 28.02.2011

Standortsuche für Tierheim erneut gescheitert

Neubau: Oberbürgermeister Hofmann-Göttig erklärt: Auch in Naßheck gab es massive Proteste von Anwohnern

Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

KOBLENZ. Der Tierschutzverein Koblenz und Umgebung sucht händeringend nach einem Gelände, auf dem möglichst schnell ein Tierheim gebaut werden kann. Zuletzt wurde der Reiterhof in Naßheck, einem Ortsteil von Dieblich, als Standort für einen Neubau diskutiert. Aber: Auch dieser Standort ist nicht zu realisieren. Das hat Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins erklärt. Er hatte vor gut einem halben Jahr die Schirmherrschaft für das Neubauprojekt übernommen. Er betonte: „Auch bei diesem Standort gab es massive Proteste der gerade einmal fünf Anwohner. Darum hätten wir mit jahrelangen Prozessen rechnen müssen, bevor man einen Neubau dort überhaupt hätte angehen können.“

Der Bau eines neuen Tierheims eilt nach Aussagen des Stadtchefs allerdings schon deshalb, weil die Zustände am jetzigen Standort in Moselweiß in Bezug auf die Größe nicht mehr länger tragbar sind und vonseiten der Behörden nur unter der Prämisse eines baldigen Neubaus überhaupt genehmigt würden. Ein Neubau am alten Standort scheidet nach Ansicht von Hofmann-Göttig allerdings aus zwei Gründen aus – einerseits die Größe und andererseits die Kosten. „Ein neues Tierheim sollte über eine Fläche von zwei Hektar verfügen, was dem Durchschnitt in Rheinland-Pfalz entspricht. Doch dafür ist das Areal in Moselweiß zu klein“, so der Stadtchef. Zudem würde die notwendige Sicherung des rückwärtigen Hanges nach Aussagen der Bauverwaltung rund 370 000 Euro kosten. Und diese Summe übersteige die Möglichkeiten des Tierschutzvereins.

Für den Standort eines neuen Tierheims sind für Hofmann-Göttig, wie er auf der Mitgliederversammlung betonte, folgende Kriterien ausschlaggebend: Neben der Größe von zwei Hektar sollte das Grundstück bereits erschlossen und erreichbar durch den öffentlichen Nahverkehr sein. Zudem sollte kein Konflikt mit dem Natur- und Artenschutz bestehen, der Abstand zur nächsten Wohnbebauung wegen des Emissionsschutzes mindestens 150 Meter betragen und so schnell wie möglich das Baurecht vorliegen.

Innerhalb von Koblenz hat man trotz intensiver Suche allerdings noch kein Gelände gefunden, das diese Kriterien erfüllt. Deshalb soll die Suche jetzt verstärkt auf die Nachbarschaft ausgeweitet werden. Hofmann-Göttig: „Ich treffe mich in den kommenden Wochen mit den Landräten der Kreise Mayen-Koblenz, Rhein-Hunsrück und Rhein-Lahn sowie den Verbandsbürgermeistern, die Verträge mit dem Tierschutzverein Koblenz und Umgebung abgeschlossen haben. Dann werden wir gemeinsam erörtern, inwiefern in unserer Nachbarschaft ein geeignetes Gelände gefunden werden kann.“

Neben dem Tierheim-Neubau war auf der Mitgliederversammlung auch ein Antrag an den Vereinsvorstand Thema. Die Antragsteller wollten wissen, wie hoch die Kosten seien, die der Verein bislang in die Planung eines Tierheims auf der Schmidtenhöhe investiert hat. Gisela Kroppenberg, Erste Vorsitzende des Vereins, betonte, dass man dazu noch keine Rechnung aufstellen könne, da man noch in Gesprächen mit der Stadt wegen einer Kostenübernahme sei. „Die Planungen zur Schmidtenhöhe standen im hohen Maße im Interesse der Stadt, weshalb wir uns auch an den Kosten beteiligen werden“, so Hofmann-Göttig.

Was die Schmidtenhöhe generell betrifft, so bedauerte der Oberbürgermeister nochmals, dass der Neubau des Tierheims dort auf so großen Widerstand der Naturschützer gestoßen sei. „Ich persönlich kann es nicht begreifen, dass die Wildkatze zwar von Übungen der Bundeswehr nicht gestört wird, aber Hundegebell nicht verträgt“, so Joachim Hofmann-Göttig.


Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 07.02.2011

Für Hunde ist die Bundesgartenschau tabu

Großveranstaltung Vierbeiner dürfen das Gelände nicht betreten – Auf dem Festungsplateau gibt es Zwinger

Von unserem Redakteur Ingo Schneider

KOBLENZ. Ab dem 15. April hoffen die Buga-Macher auf so viele Besucher wie möglich – 2 Millionen sollen es mindestens werden. Doch es gibt eine klare Einschränkung: Hunde sind nicht willkommen. Das Gelände wird für sie während der Gartenschau tabu sein, wie Buga-Chef Hanspeter Faas und Berthold Stückle, technischer Leiter der Buga-GmbH, im Gespräch mit der RZ berichten. Betroffen sind die eingezäunten Kernbereiche auf der linken Rheinseite, das Festungsplateau sowie die Seilbahn.

„Es geht nicht darum, die Leute zu ärgern“, betont Faas. Und auch nicht darum, dass die Buga-Macher Hunde nicht mögen. Aber Gartenschau und Hunde? Das verträgt sich aus ihrer Sicht nicht. „Wir glauben“, so Faas, „dass bei dem kleinen Gelände ein Konflikt zwischen Mensch und Tier entstehen würde.“ Er könne sich nicht vorstellen, wie sich ein Hund zwischen der Masse der Besucher bewegt.

Und der Buga-Chef sieht ein weiteres Problem: Man wolle eine Gartenschau für Familien machen. Kinder sollen spielen können – und das überall, ohne störende Hundehaufen. Nicht alle Halter sammeln nach Faas’ Erfahrung die Hinterlassenschaften ihrer Hunde auch wirklich ein. Dass sich Kinder auf Wiesen mit Hundehaufen wohlfühlen, wagt er zu bezweifeln. Daher die klare Entscheidung gegen Hunde auf dem Gelände.

Eine Entscheidung, die übrigens nicht neu ist. Ob bei der Schweriner Buga 2009, in Gera 2007 oder in München 2005: Überall mussten die Vierbeiner draußen bleiben. In Schwerin hatten die Verantwortlichen auf vorangegangene Befragungen verwiesen, wonach die Mehrzahl der Besucher keine Hunde auf dem Gelände haben wollte. Und auch der Stress für die Tiere im Gedränge wurde als Argument angeführt.

Was aber tun mit dem geliebten Vierbeiner? Für Hanspeter Faas eindeutig die beste Lösung: zu Hause lassen. Geht das nicht, dann gibt es ein Angebot der Buga-Veranstalter: Auf dem Festungsplateau wird es im Eingangsbereich acht Hundezwinger geben, wie Berthold Stückle ankündigt. Vier mal zwei Meter groß, mit Schatten und Sichtblenden: Alles sei mit den Veterinären abgestimmt. Dort können Hunde für die Zeit des Buga-Besuchs kostenlos untergebracht werden. Die Zwinger werden betreut vom Tierheim Koblenz, berichtet Stückle.

Einen geeigneten Standort für weitere Unterbringungsmöglichkeiten in der Innenstadt habe man gesucht, aber nicht gefunden. „Acht Zwinger sind aus unserer Erfahrung aber auch ausreichend“, betont Hanspeter Faas. Bei der Buga München, deren Chef er ebenfalls war, hätten in der Regel zwei bis drei Hundehalter den Service genutzt. Vom Verbot ausgenommen sind übrigens Behindertenbegleithunde: Diese dürfen mit auf das Gelände genommen werden.

Nach der Gartenschau gilt das Verbot nicht mehr. Und auch die Seilbahn werden Hunde in den Jahren 2012 und 2013 voraussichtlich betreten dürfen. Der Seilbahnbetreiber, die Firma Doppelmayr, habe das bereits signalisiert, berichtet Faas.

Was aus Sicht von Faas und Stückle keinesfalls eine Option ist: das Tier im Auto zu lassen. Eine Tortur, vor allem bei sommerlicher Hitze. Vorgekommen ist es bei Gartenschauen aber dennoch. In München mussten während der Buga deshalb Autos aufgebrochen und Hunde befreit werden.


Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 03.02.2011

Neubau: Über einen möglichen Standort für das neue Tierheim wird seit Jahren gestritten.

„Arenberg ist besser geeignet“

Seit Jahren verfolge ich nun die Diskussionen um den Standort des Koblenzer Tierheimes. Mir ist unverständlich, dass die Entscheidung über den Standort Arenberg von einer kleinen Interessengemeinschaft abhängen soll. Auch das Argument, dieser Standort sei zu weit abgelegen, scheint mir aus der Luft gegriffen, denn sonst würde sich ja kein Protest über Lärmbelästigungen regen. Es ist auch logisch, dass ein Tierheim nicht in einer direkt besiedelten Umgebung gebaut werden kann. Der Standort Arenberg ist meiner Ansicht nach auf jeden Fall für eine artgerechte Tierhaltung geeigneter als Moselweiß und Neuendorf. Ansonsten pflichte ich in allen Punkten dem Leserbrief von Frau Monika Rausch voll und ganz bei.

Gert Cymann, Koblenz


Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 03.02.2011

„Wertvolles Schutzgebiet“

Ich kann mich der Meinung des Ortsvorstehers Herr Giefer, dass ein Tierheim nicht im oder neben dem Gewerbegebiet Arenberg gebaut werden sollte, nur anschließen. Im benachbartem Urbar groß geworden, interessierte ich mich schon früh für das außerordentlich wertvolle Landschaftsschutzgebiet Mallendarer Bachtal und forderte erst vor wenigen Jahren (erfolgreich), dass das Gebiet im Bereich des Kreises Mayen-Koblenz auch als solches ausgeschildert wurde. Aus meiner Sicht kann ich nur dringend davon abraten, in oder direkt neben dem Landschaftsschutzgebiet weitere Bautätigkeiten, wofür auch immer, zu verfolgen .

Vielmehr sollte man die Option prüfen, ob mit einer Erweiterung und Modernisierung am vorhandenen Ort den Wünschen der Bürger nicht eher entsprochen und der Stadtkasse wieder einmal erheblich höhere Investitionen erspart bleiben würden, bei der derzeitigen Haushaltslage der Stadt Koblenz!

Andreas Bohlender, BI Zukunft für Koblenz


Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 03.02.2011

„Wieso bleibt das Tierheim nicht in Moselweiß?“

Weshalb nach mehr als 40 Jahren eine Tierhaltung in Moselweiß nicht möglich ist, wissen wohl nur die Tierheimleiterin und der Vorstand des TSV Koblenz. Es gibt wohl schlimmere Standorte auf diesem Planeten als dieses Stückchen Erde in Koblenz- Moselweiß .

Nun muss zum wiederholten Male der angebliche Lärmpegel herhalten. Den gibt es nicht. Da ich oft mit meinen Kindern entlang des Oberbreitweges spaziere, kann ich das beurteilen. Oft hört man gar nichts. Vermutlich liegt es auch daran, dass das Tierheim die überwiegende Zeit für Besucher und Leute, die Hunde ausführen wollen, geschlossen ist. Gegen die Tierrettung aus dem Ausland ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Aber dass diese nur dann aufgenommen wurden, wenn ausnahmsweise kurzfristig Platz war, ist unwahr. Es wurden und werden, auch von anderen Tierheimen der Region, systematisch Hunde aus dem Ausland aufgenommen. Ohne diese Hunde wären die Tierheime in unserer Region mit höchstens 10 bis 15 Hunden im Durchschnitt belegt. Obwohl doch die Stadtverwaltung dem Standort schon in früheren Jahren zugestimmt hat, die RZ berichtete im Jahre 2005 mehrfach darüber, lässt sich die Stadtverwaltung weiterhin von den Verantwortlichen des Vereins am Nasenring durch die Gemarkungen führen. Wie lange noch?

Elfi Schupp, Koblenz